Kalender

28.3.2019, 19:00 Uhr
kino achteinhalb, Saarbrücken
TAMIS 2019: Alte Musik im Film

Johann Sebastian Bach:
Matthäus-Passion BWV 244

D 2017; Gerlinde Sämann und Isabel Jantschek, Sopran; Benno Schachtner, Alt; Benedikt Kristjánsson (Evangelist) und
Paul Schweinester, Tenor; Kresimir Strazanac (Jesus) und Peter Harvey, Bass; Gaechinger Cantorey
musikalische Leitung: Hans-Christoph Rademann; Schüler aus Stuttgart und Umgebung; Ensemble VivaTanz!
Idee, Choreographie und künstlerische Leitung: Friederike Rademann; Aufführung im Forum am Schlosspark Ludwigsburg, März 2017; Regie: Michael Beyer; Farbe; 173 Min.; FSK: 0

Eintritt 7,50 € / ermäßigt 6,50 €
Reservierung Tel. 0681-3908880

„In ihrer choreografierten Version der Matthäus-Passion eröffnet die Internationale Bachakademie Stuttgart neue Dimensionen in Johann Sebastian Bachs musikalischem Drama. Für die 100 Schülerinnen und Schüler, die in Bachs Monumentalwerk eintauchten und den Tanz als künstlerische Ausdrucksform kennenlernten, war es die Gelegenheit, die Kraft seiner Musik aus erster Hand zu erleben. Das Zusammenspiel von professionellen Musikern und jungen Amateuren wurde zu einem beeindruckenden kreativen Brückenschlag.“ (www.jpc.de)

„... ein wirklicher Geheimtipp! Einfach nur genial!“ „Zum Staunen ...“ (Südwest Presse)

31.3.2019, 18:00 Uhr
Versöhnungskirche, Völklingen
TAMIS 2019: Prologkonzert II

ConAffetto-Frühjahrskonzert

Musik zum Frühling(sanfang)
von Becker, Schmierer, Fischer und Werner

Jürgen Lantz und Carolyn Soo, Violine; Elisabeth Woll, Violoncello; Eri Takeguchi, Cembalo
ConAffetto - Mitglieder-Orchester der Akademie für Alte Musik im Saarland; Leitung: Lutz Gillmann

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Musik zum Frühling(sanfang) erklingt im ConAffetto-Frühjahrskonzert:

Dietrich Becker (um 1623-1679) - aus Musikalische Frühlings-Früchte
Johann Abraham Schmierer (1661-1719) - aus Zodiaci musici
Johann Caspar Ferdinand Fischer (1662-1746) - aus Le journal du printemps
Gregor Joseph Werner (1693-1766) - aus Neuer und sehr curios-Musicalischer Instrumental-Calender

ConAffetto ist das Mitglieder-Orchester der Akademie für Alte Musik im Saarland. Um ambitionierten Musikliebhabern die – weithin einmalige – Möglichkeit zu bieten, auch auf modernen Instrumenten „historisch informiert“ miteinander zu musizieren, wurde das Orchester im Herbst 2005 von Akademiemitgliedern gegründet. ConAffetto spielte zunächst unter der Leitung von Felix Koch, 2013/14 übernahm Lutz Gillmann die Leitung.

[Unterstützt wird ConAffetto in den Proben und Konzerten von Musikern des Saarländischen Staatsorchesters, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern u. a. sowie Studierenden, Ehemaligen und Dozenten der Hochschule für Musik Saar. Im Oktober 2014 wartete ConAffetto mit einem Novum auf: Es konzertierte erstmals mit historischen Instrumenten und in der damals üblichen tieferen Stimmung. Seitdem finden sowohl Projekte mit modernen als auch mit historischen Instrumenten statt.]

1.4.2019, 19:00 Uhr
kino achteinhalb, Saarbrücken
TAMIS 2019: Alte Musik im Film

Ballet Royal de la Nuit

Libretto von Isaac de Benserade – Musik von Jean de Cambefort, Antoine de Boesset, Louis Constantin, Michel Lambert, Francesco Cavalli, Luigi Rossi & Anonymi
F 2017; Ensemble Correspondances; musikalische Rekonstruktion und Leitung: Sébastien Daucé
Tänzer: Sean Patrick Mombruno; Inszenierung, Choreographie, Bühnenbild und Kostüme: Francesca Lattuada
Kostümdesign: Olivier Charpentier; Licht: Christian Dubet; Regie: François-René Martin; Aufführung im théâtre de Caen, 11. und 12. November 2017; 197 Min.; OmU; FSK: 0

Eintritt 7,50 € / ermäßigt 6,50 €
Reservierung Tel. 0681-3908880

Im Alter von 15 Jahren trat der französische König Ludwig XIV. 1653 erstmals als Tänzer im BALLET ROYAL De la Nuict auf, einem allegorischen Ballett, in dem der Verlauf der Nacht geschildert wird. Sehnsüchtig wird dabei der Sonnenaufgang erwartet, der als Symbol für die Regentschaft Ludwigs stand, und folgerichtig erschien der junge Regent damals auch als Darsteller der Sonne auf der Bühne.
2015 legte Sébastien Daucé eine musikalische Rekonstruktion auf CD vor, und 2017 feierte das Werk seine triumphale szenische Wiederauferstehung im Theater von Caen. Die poetischen Bilder der Choreografin und Regisseurin Francesca Lattuada, über 120 Kostüme, entworfen von Olivier Charpentier, Jongleure und Zirkusartisten entfachen wunderbaren Bühnenzauber, der den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Note in seinen Bann schlägt.
„Die musikalische Präzision, aber auch die Farbigkeit der vielen unterschiedlichen Tänze und Arien ist atemberaubend. Trotz der großen Länge von reichlich drei Stunden wird es nie eintönig oder gar langweilig, so groß ist die Abwechslung in Besetzung, Tempo und Tanzstil, so makellos ist die musikalische Darbietung.“ (Bernhard Schrammek, kulturradio)

2.4.2019, 10:00 Uhr bis 05.04.2019
Hochschule für Musik Saar, Saarbrücken
Förderpreis Alte Musik 2019

Meisterkurs
bei Peter Van Heyghen

(Brüssel/Den Haag)

Dienstag, 2. April, 10 Uhr: Begrüßung, Besprechung der Unterrichtszeiten (später Aushang im Foyer)
Passive Teilnahme: Eintritt frei
Interessierte Zuhörer sind herzlich willkommen!

Der Förderpreis Alte Musik (des Saarländischen Rundfunks und der Akademie für Alte Musik im Saarland) unterstützt junge Ensembles mit herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis. Der Wettbewerb 2019 richtet sich an Instrumental-, Vokal- und gemischte Consorts (mindestens drei Mitglieder), der Repertoire-Schwerpunkt sollte auf der Ensemblemusik der Renaissance (1500-1600) liegen. Die Altersgrenze liegt bei 35 Jahren. Die aus den Bewerbungen ausgewählten Ensembles gewinnen die Teilnahme an dem Meisterkurs bei Peter Van Heyghen.

Peter Van Heyghen lehrt Aufführungspraxis der Renaissance- und Barockmusik in den Alte-Musik-Abteilungen der Konservatorien Brüssel und Den Haag. Daneben leitet er Meisterklassen und Workshops in der ganzen Welt. Als Blockflötist und Ensembleleiter ist der aus dem belgischen Brügge stammende Musiker vielfältig tätig. Zehn Jahre lang leitete er das belgische Ensemble Les Muffatti, daneben immer wieder auch andere Barockorchester. Außerdem wirkte er als Sänger in renommierten Renaissancemusik-Ensembles wie der Capilla Flamenca (Belgien) oder Weser Renaissance (Bremen) mit. Über die Geschichte und Aufführungspraxis der Blockflöte hat er eine Reihe grundlegender Artikel veröffentlicht.

5.4.2019, 19:00 Uhr
Hochschule für Musik Saar, Saarbrücken
TAMIS 2019: Eröffnungskonzert

Förderpreis Alte Musik 2019

Konzertfinale
(SR-Mitschnitt)

Vorstellung der Ensembles, Wertung und Preisvergabe

Ensemble Feuervogel (Basel): Asako Ito, Kathrin Schubert, Tabea Katharina Popien und Felix Schlenker, Blockflöte
Ensemble Fabridoen (Salzburg): Jole De Baerdemaeker, Sopran; Eva Ivanova-Dyatlova, Renaissance-Traversflöte; Elias Conrad, Renaissancelaute
VernonConsort (Basel): Tabea Schwartz, Blockflöte und Renaissancegambe; Melissa Sandel und Helen Glock, Blockflöte; Mischa Dobruschkin, Renaissancegeige; Sonia Binenfeld, Renaissancegambe

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Im Wettbewerbsfinale präsentieren sich die drei Ensembles mit frei gewählter Literatur sowie dem Pflichtstück und stellen sich dem Votum der Jury (Peter Van Heyghen, Bernhard Stilz, Adolph Seidel, Lutz Gillmann und Nike Keisinger) und des Publikums. Das Gewinner-Ensemble erhält neben einem Geldbetrag die Einladung zu einer Produktion beim SR (1. Preis: 1200 €, 2. Preis: 1000 €, 3. Preis: 800 €, Publikumspreis).

In bewährter Tradition werden die Tage Alter Musik im Saarland 2019 unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Saarlandes, Tobias Hans, mit diesem Konzert eröffnet.

6.4.2019, 20:00 Uhr
Schinkelkirche Bischmisheim, Saarbrücken
TAMIS 2019: Musica da Camera spezial

Die Violine im 17. Jahrhundert nördlich der Alpen

Musik von Kempis, Farina, Schop, Böddecker, Byrd, Muffat, Matteis, J. H. Schmelzer und Biber

Duo Unarum Fidium (Förderpreisträger 2018):
Uwe Ulbrich, Violine
Julia Chmielewska-Ulbrich, Cembalo

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Die Entwicklung der Violinmusik im nördlichen Europa, anfangs noch italienisch geprägt, emanzipiert sich recht schnell zu einem Stylus Phantasticus, der harmonisch und technisch besonders anspruchsvolle Violinsonaten hervorbringt und dennoch seine Wurzeln nicht verleugnet. Durch ihre virtuose Variationsformen und lautmalerische Spielereien ist diese Musik auch heute noch kurzweilig.

Das Duo Unarum Fidium widmet sich der Aufführung vor allem frühbarocker Werke für Violine und Continuo in möglichst historisch korrekter Weise. Sein Name hat seinen Ursprung in der Sammlung Sonatae unarum fidium, seu a violino solo des Komponisten Johann Heinrich Schmelzer.
Das Ensemble überzeugt auch das fachkundige Publikum mit „einer virtuosen Mischung aus Anmut und Melancholie“ (SR 2 KulturRadio) und erhielt den ersten Preis beim Förderpreis Alte Musik 2018 in Saarbrücken sowie den ersten Preis ex aequo beim Concorso di Musica Antica „Maurizio Pratola“ 2018 in L'Aquila, Italien.

7.4.2019, 17:00 Uhr
Ludwigskirche, Saarbrücken
TAMIS 2019: Judica me - Richte mich

Judica me - Richte mich

Dietrich Buxtehude: Das jüngste Gericht (Akt 2), Johann Sebastian Bach: Kantate Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir BWV 131 sowie Tilge, Höchster, meine Sünden BWV 1083 (Bachs Bearbeitung des Stabat mater von Pergolesi)

Cornelia Winter, Sopran; Franz Vitzthum, Altus; Martin Erhard, Tenor; Antonio Di Martino, Bass; Figuralchor der Ludwigskirche
Neumeyer Consort: Barbara Mauch-Heinke, Violine und Viola; Jonas Zschenderlein, Violine; Henrike Pette, Viola; Felix Koch, Violoncello; Ulrike Klamp, Kontrabass; Markus Stein, Orgel; Rudolf Merkel-Sinkwitz, Laute; Barbara Meditz, Fagott
Leitung: Ulrich Seibert

Eintritt 25, 17, 10 € / ermäßigt 20, 12, 8 € (Schüler, Studenten, Schwerbehinderte, Akademiemitglieder und Musikförderer Ludwigskirche); Karten bei Ticket regional (www.ticket-regional.de), den dazugehörigen Vorverkaufsstellen und ab 16 Uhr an der Abendkasse

Schon im alten Israel wurde die Beziehung zwischen dem Volk und seinem Gott mit juristischen Bildern beschrieben. Gott wird hierbei gelegentlich als Ankläger, Rechtsbeistand oder Richter angesprochen. Zum Passionssonntag Judika, der seinen Namen vom Eingangspsalm 43 hat, ist in der Ludwigskirche ein Programm zum inhaltlichen Thema Gericht und Gnade zu hören.

14.4.2019, 17:00 Uhr
Alte Kirche St. Johann, Saarbrücken
TAMIS 2019: Speculation on J. S. Bach

Speculation on J. S. Bach

(Re)konstruierte Kammermusikwerke

Aux Pieds du Roy: Michael Form, Blockflöte; Marie Rouquié, Violine; Etienne Floutier, Viola da gamba; Dirk Börner, Cembalo

Eintritt 15 € / ermäßigt 10 €

Bachs Kammermusikschaffen war in ständigem Wandel. Die wenigen erhaltenen Triosonaten sind wohl während der Weimarer und Köthener Jahre als Werke traditioneller Besetzung für zwei Melodieinstrumente und Generalbass entstanden. In Leipzig hat Bach einige davon für Konzerte in Zimmermanns Kaffeehaus neu bearbeitet, meist für ein Melodieinstrument und obligates Cembalo. Leider sind jedoch viele Originale verloren, die späteren Bearbeitungen lassen nur vage Rückschlüsse auf Besetzung und Gestalt der Urfassungen zu. Bach-Forscher sind sich einig, dass Bach einen wichtigen Beitrag zu diesem im 18. Jahrhundert zentralen Kammermusik-Genre geleistet haben muss. Daher klafft eine beklagenswerte Lücke im Werkkatalog des Thomaskantors. Hier setzt die Idee dieses Programms als Versuch der Annäherung an einige verschollene Triosonaten an.

Das Ensemble Aux Pieds du Roy wurde 2005 von Dirk Börner und Michael Form gegründet mit dem Ziel, sich intensiv der Erforschung und Interpretation französischer Kammermusik um 1700 zu widmen. Für die CD-Einspielung dieses Programms erhielt das Ensemble 2019 einen Diapason d’Or.

19.4.2019, 18:00 Uhr
Versöhnungskirche, Völklingen
TAMIS 2019: Musik zum Karfreitag

Johann Sebastiani:
Matthäus-Passion

la rosa dei venti: Karline Cirule, Sopran; Claudia Kemmerer, Alt; Thomas Dorn und Axel Paridon, Tenor; Benedikt Wesner, Bass; Carla Linné und Hans Salger, Violine;

Les Violes: Elisabeth Woll, Anne Clement, Claudia Limperg und Heidrun Mertes, Viola da gamba;

Leitung und Orgel/Cembalo: Lutz Gillmann

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Johann Sebastiani (1622-1683) wurde in oder bei Weimar geboren und soll dem Vernehmen nach in Italien ausgebildet worden sein. Den größten Teil seiner Laufbahn verbrachte er in Königsberg (Kaliningrad), wo er seit 1661 als Hofkapellmeister in den Diensten des Kurfürsten von Brandenburg stand. Dort entstand 1663 auch sein bedeutendstes und einflussreichstes Werk, Das Leyden und Ster= / ben unsers HERRN und / Heylandes / Jesu Christi/ / nach dem heiligen Matthaeo., mithin die apart besetzte Matthäus-Passion, die 1672 mit einer Widmung an den „Marggraffen“ Friedrich Wilhelm veröffentlicht wurde.

Die bewegende Schönheit der Melodien, die ergreifende Direktheit der Choräle, die Intensität der kunstvoll verflochtenen kontrapunktischen Streicherstimmen und die sensible Harmonisierung des Textes verbinden sich in diesem Werk zu einer ruhig bewegten und doch kraftvollen Darstellung der Passionsgeschichte, die somit als eine Vorläuferin von J. S. Bachs Matthäus-Passion aus dem Jahre 1727 anzusehen ist. (nach Paul O'Dette)

22.4.2019, 17:00 Uhr
Pfarrkirche St. Michael, Saarbrücken
TAMIS 2019: Orgelkonzert

„Vers la vie nouvelle …“ -
Komponieren im Schatten des Ersten Weltkriegs

Musik von H. Andriessen, Howells, Maleingreau, Jongen, Gigout u. a.

Joachim Fontaine an der historischen Späth/Mayer-Orgel

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Kaum eine ästhetische Zäsur war in der Musikgeschichte radikaler als die zwischen Romantik und Moderne. Die Avantgarden des Fin de siècle, aber auch das Trauma der Grande Guerre 1914-18 führten zum radikalen Bruch mit dem musikalischen Erbe der Kaiserzeit, mit Virtuosenkult und Salonmusik. Die „großen Namen“ der Mendelssohn-Rheinberger-Tradition hierzulande oder der französischen Tradition von Franck und Widor komponieren noch, aber schon feiern „junge Wilde“ Erfolge – wie die Belgier Maleingreau und Jongen oder in Amerika Leo Sowerby, in England der junge Herbert Howells oder der Holländer Andriessen. Sie alle gehen damals – vergleichbar Strawinsky, Schönberg oder Hindemith – höchst originelle neue Wege, die sich von der Tradition befreien und den liturgischen Kontext von Orgelmusik hinter sich lassen.

Joachim Fontaine präsentiert in seinem Programm ausgewählte Werke dieser spannenden Zeit des Übergangs, gespielt auf der historischen Späth-Orgel (erbaut 1925).

26.4.2019, 19:30 Uhr
Martinskirche, Köllerbach
TAMIS 2019: Komponistenportrait

Jakob Friedrich Kleinknecht -
ein Hofkomponist zwischen den Epochen

La Cantonnade: Miho Shirai und Zsuzsa Csige, Traversflöte
Marie Colombat, Violoncello; Niklas Heineke, Cembalo

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Dieses Konzert widmet La Cantonnade dem faszinierenden Bayreuther Hofkomponisten und Flötisten Jakob Friedrich Kleinknecht (1722-1794), einem der wichtigsten Wegbereiter des empfindsamen Stils. Dieser setzte sich ab den 1720er Jahren zunehmend in Europa durch, dabei wurde die Traversflöte mit ihrem modulationsfähigen und intimen Klang zum Lieblingsinstrument einer ganzen Komponistengeneration.
Kleinknechts Triosonaten für zwei Traversflöten und Basso continuo fesseln schon beim ersten Hören das Publikum - fein abgestufte Dynamik, unvermittelte harmonische Wendungen und die wahrscheinlich längste und frappierendste ausgeschriebene Kadenz für zwei Flöten, die im 18. Jahrhundert je schriftlich fixiert wurde.

Die Musiker von La Cantonnade lernten sich an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt kennen. Begeisterung für Kammermusik, Interesse für Klangrecherche und der Wunsch, unbekanntes Repertoire des Früh- und Spätbarock auf die Bühne zu bringen, brachten sie zusammen.

28.4.2019, 18:00 Uhr
Schinkelkirche Bischmisheim, Saarbrücken
TAMIS 2019: Viole d'amore

2 Viole d'amore & mehr -
in mancherley Stimmung

Musik aus Früh- und Hochbarock
von Biber, Ganspeck, Huberty, Marini, Schuchbauer und Uccellini

Saarländisches Barockensemble: Jürgen Lantz und Leszek Kusmirek, Viola d'amore; Heidrun Mertes und Motonobu Futakuchi, Viola da gamba; Eri Takeguchi, Cembalo und Orgel

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Das Saarländische Barockensemble lädt ein zu einem Konzert mit ganz ausgefallenen - und heute selten zu hörenden - Streichinstrumenten der Barockzeit: Viola d'amore und Viola da gamba. Die Instrumente faszinieren durch einen besonders zarten „silbrigen“ Klang, bedingt durch die spezielle Bauart. Es erklingt Musik aus Früh- und Hochbarock von Biber, Ganspeck, Huberty, Marini, Schuchbauer und Uccellini.

Das Ensemble wurde 2007 von freischaffenden Musikern und Mitgliedern des Saarländischen Staatsorchesters gegründet mit dem Ziel, Musik des Barock in historisch informierter Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten bzw. originalgetreuen Kopien zu präsentieren. Es gastiert regelmäßig zu Kammerkonzerten des Saarländischen Staatstheaters und bei Festivals wie den Tagen Alter Musik Im Saarland, Classique au Large 2014 in St. Malo/Bretagne oder Euroklassik 2014 in Zweibrücken.

4.5.2019, 19:00 Uhr
Versöhnungskirche, Völklingen
TAMIS 2019: „Singe Seele, Gott zum Preise“

„Singe Seele,
Gott zum Preise“

Festliche Barockmusik von Händel, Telemann, Vivaldi u. a.

Jana Czekanowski-Frankmar, Sopran; Ludwig Frankmar, Violoncello; Lutz Gillmann, Cembalo und Orgel

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

In der Barockzeit entstanden neben den großen geistlichen Werken viele verschiedene kleine in kammermusikalischer Besetzung, zum Teil mit obligatem Instrument. Sie wurden im Gottesdienst vorgetragen, häufig auch in kleineren Kirchen oder zur Andacht im privaten oder häuslichen Rahmen. Besonders die vokale Kammermusik im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert zeichnet sich durch ihren lyrischen, betrachtenden Charakter aus und steht deutlich unter dem Einfluss der affektreichen italienischen Oper.

Jana Czekanowski-Frankmar studierte Gesang an der Universität der Künste Berlin bei Inge Uibel-Fischer sowie Kirchenmusik. Sie singt solistisch in Ensembles, bei Kantaten und Oratorien. Seit 2009 ist sie Kirchenmusikerin an der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde in Berlin-Lankwitz.

Ludwig Frankmar stammt aus einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie. Er studierte bei Guido Vecchi und Thomas Demenga und war mehrere Jahre als Orchestermusiker tätig. Die Zusammenarbeit mit Kirchenmusikern führte ihn zur Alten Musik und historischen Aufführungspraxis.

9.5.2019, 20:00 Uhr
Basilika St. Wendelinus, St. Wendel
TAMIS 2019: Weckmann & van Wichel

Stadtpfeifersonaten nach dem Westfälischen Frieden

Musik von Weckmann, van Wichel und Froberger

Quatricinia: Caroline Reuter, Barockvioline; Juan Ullibarri, kleiner Zink; Leon Ni, Barockposaune; Idoia Bengoa, Dulzian
Alessandro Urbano, Cembalo und musikalische Leitung

Eintritt 13 € / ermäßigt 9 €

Während Matthias Weckmann (ca. 1616-1674) die Strapazen des Dreißigjährigen Krieges und den Wiederaufbau in der Nachkriegszeit hauptsächlich in Dresden und Hamburg erlebte, verbrachte der gleichaltrige Philippe van Wichel (ca. 1614-1675) praktisch sein ganzes Leben in Brüssel.

Weckmann schrieb die Sonate à 3 e 4 istromenti für die seltene, phantastische Klangkombination von Cornettino, Violino, Trombone, Fagotto und Basso continuo. In gleicher Besetzung erklingen hier van Wichels Fasciculus dulcedinis unius, duorum, trium, quator et quinque instrumentorum. Der zeitgenössische Organist Johann Jacob Froberger (1616-1667) bildet die Verbindung zwischen beiden.

Das 2012 gegründete Ensemble Quatricinia widmet sich der Musik der Stadtpfeifer, für die Weckmann Sonaten schrieb und zu denen van Wichel gehörte. Quatricinia war bisher hauptsächlich in Luxemburg tätig, wo es u. a. für die englische und die spanische Botschaft konzertierte, mit dem Vokalensemble Intermedii musizierte und Bühnenprojekte organisierte.

10.5.2019, 20:00 Uhr
Deutschherrnkapelle, Saarbrücken
TAMIS 2019: Concert Royal

Concert Royal

Französische Barockmusik von Marais, F. Couperin und A. Forqueray

Franziska Finckh, Viola da gamba; Evelyn Laib, Cembalo

Eintritt 13 € / ermäßigt 9 €

Der Höhepunkt der französischen Barockmusik für Viola da gamba fällt in die Regierungszeit Ludwigs XIV. in Versailles: Die Prachtentfaltung am Hofe spiegelt sich in dem reichen Schatz an Musikstücken für Gambe und Cembalo (Basso continuo) wider. Üppige Verzierung, akkordisches Spiel, großer Tonumfang und besonderer Farbenreichtum zeichnen diese Musik aus. Groß angelegte Suiten dienten zu Unterhaltung, Repräsentation und Zeitvertreib. Viele der Suiten enthalten außer den „klassischen“ Tanzsätzen auch Charakterstücke wie La Rêveuse, Le Labyrinthe oder Pompe funèbre. Sie geben diesem Programm seine ganz eigene Note und führen das Publikum in ein Labyrinth der Träume vergangener Zeiten.

Franziska Finckh und Evelyn Laib kennen sich schon seit vielen Jahren. Sie konzertieren u. a. mit dem Ensemble Les Escapades und dem Karlsruher Barockorchester und haben zahlreiche CDs eingespielt. Ihr letztes Programm – Sonaten für Viola da gamba und Cembalo von J. S. Bach – wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

19.5.2019, 18:00 Uhr
Rathaussaal, Tholey
TAMIS 2019: Serenade auf der Laute

Serenade auf der Laute

Tanzsätze und Instrumentalfantasien auf der Renaissance- und Barocklaute
von J. S. Bach, Weiß, M. und V. Galilei
Tänze von Sanz und de Murcia auf der Barockgitarre

Christian Zimmermann, Laute und Barockgitarre

Eintritt 10 € / ermäßigt 8 €
(für Schüler, Studenten, Behinderte, Akademiemitglieder)

Mit lebhaften Tanzsätzen und virtuosen Instrumentalfantasien führt der Freiburger Lautenist Christian Zimmermann seine Zuhörer in die filigrane Klangwelt der Renaissance- und Barocklaute. Die Kompositionen stammen von J. S. Bach und Sylvius Leopold Weiß. Auf der Renaissancelaute sind zudem selten aufgeführte Werke von Michelangelo Galilei und Vincenzo Galilei zu hören. Als weitere musikalische Leckerbissen stehen auf dem Programm Tänze von Gaspar Sanz und Santiago de Murcia für die Barockgitarre, die mit ihren typischen Schlagtechniken eine folkloristische Note in das Konzert bringt.

Christian Zimmermann, der als Solist in zahlreichen Konzertreihen wie auch im Rundfunk zu hören ist, widmete sich in seinem Studium an der Schola Cantorum Basiliensis der historischen Aufführungspraxis, die in sein lebendiges und ausdruckreiches Spiel eingewoben ist. Von ihm ist eine beachtliche Reihe interessanter CDs erschienen.

23.5.2019, 20:30 Uhr
Filmhaus, Saarbrücken
TAMIS 2019: Stummfilm mit Live-Musik

Rônin-gai (Samurai Town)

J 1928/29; Regie: Masahiro MAKINO; DarstellerInnen: Kômei MINAMI, Tôichirô NEGISHI, Seizaburô KAWAZU, Tsuyako OKAJIMA, Hiroshi TSUMURA, Kimie KAWAKAMI
ca. 80 Min.; OmeU; FSK: unbekannt

Eri Takeguchi, Live-Begleitung am Cembalo

Eintritt frei

Als der Film im Oktober 1928 uraufgeführt wurde, befand sich Japan in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Chronische Deflation führte zu steigender Arbeitslosigkeit. Das im Film geschilderte Alltagslebens der Rônin, die sich als herren- und zumeist auch erwerbslose Samurai gegen die herrschende Klasse auflehnen, erfuhr viel Zuspruch beim Publikum. Das Werk des jungen Regisseurs Masahiro MAKINO, dessen Vater Shôzo MAKINO als Urvater der japanischen Samurai-Filme gilt, kam seinerzeit auf den ersten Platz der japanischen Jahresbestenliste.

in Kooperation mit dem Japanischen Kulturinstitut Köln – The Japan Foundation und dem Filmhaus Saarbrücken;
mit freundlicher Unterstützung durch die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Saarbrücken e. V.

25.5.2019, 19:00 Uhr
Erlöserkirche, Völklingen
TAMIS 2019: Kammerkonzert in der Erlöserkirche

Heinrich Ignaz Franz Biber: aus den „Mysterien-Sonaten”

Musikalische Betrachtungen zu Passion, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten

Ensemble Turdus Merula: Carla Linné, Violinen in verschiedenen Stimmungen; Katia Kuzminykh, Viola da gamba; Sayaka Namizuka, Cembalo und Orgel; Friederike Kühl, Rezitation

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) war Geiger und Kapellmeister in Salzburg am Hof des Erzbischofs, lebte und arbeitete also ganz in der katholischen Tradition. Er hatte nachweislich Kontakt zu dem berühmten Geigenbauer Jakob Stainer und die Möglichkeit, dessen Instrumente zu benutzen.

Bibers Sonaten für Violine und Basso continuo über die Mysterien des Rosenkranzes gehören zu den zentralsten und gleichzeitig rätselhaftesten Kompositionen des böhmisch-österreichischen Barock – quasi fünfzehn „Andachten“ über je eines der 5 freudenreichen, 5 schmerzlichen und 5 glorreichen Geheimnisse. Die sechzehnte Sonate ist eine Passacaglia für Violine solo ohne Bass, die als Meditation über den menschlichen Lebensweg gesehen werden kann. Für jede Sonate wird eine andere Stimmung der Geige verlangt. Dies verändert den Klang und die musikalischen Möglichkeiten und ist eine besondere Herausforderung für den Geiger.
Zu Bibers 375. Geburtsjahr präsentiert das Ensemble Turdus Merula ausgewählte Sonaten und verknüpft sie im Wechsel mit zeitgenössischen Gedichten.

30.5.2019, 17:00 Uhr
Stiftskirche St. Arnual, Saarbrücken
TAMIS 2019: Prolog der Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Orgelkonzert mit Führung

Sigfrid Karg-Elert: Legend op. 141 Nr. 1
Olivier Messiaen: L’Ascension

Jörg Abbing an der Kuhn-Orgel

Eintritt frei

Jörg Abbing studierte evangelische Kirchenmusik, Konzertfach Orgel, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Germanistik in Düsseldorf und Saarbrücken. Er absolvierte Orgelstudien bei Gaston Litaize, André Isoir und Naji Hakim und ist seit 1995 Kantor und Organist an der Stiftskirche St. Arnual. Seit 1997 unterrichtet er an der Hochschule für Musik Saar Liturgisches Orgelspiel/Orgelimprovisation und ist Dozent für Klavier und Orgel am Bischöflichen Institut für Kirchenmusik in Speyer. Als Solorepetitor war er am Saarländischen Staatstheater tätig. 2002 erschien seine Biographie über den französischen Komponisten Maurice Duruflé, 2006 seine Biografie Colloques über den französischen Organisten und Komponisten Jean Guillou. 2007 wurde er zum Dr. phil. promoviert mit einer Dissertation über die Orgelwerke Maurice Duruflés und 2011 auf eine Professur für Schulpraktisches Klavierspiel und Klavierimprovisation an der HfM Saar berufen. 2008 führte er in St. Arnual das gesamte Orgelwerk von Olivier Messiaen zu dessen 100. Geburtstag auf.
www.joergabbing.de

30.5.2019, 19:00 Uhr
Versöhnungskirche, Völklingen
TAMIS 2019: Chor- und Orchesterkonzert zur Eröffnung der Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Marc-Antoine Charpentier:
Te Deum
D-Dur
Heinrich von Herzogenberg: Gott ist gegenwärtig
Kantate op. 106

sowie Musik von Karg-Elert, Weyrauch u. a.

SängerInnen der Hochschule für Musik Saar
Chor der Versöhnungskirchengemeinde
ConAffetto - Mitglieder-Orchester der Akademie für Alte Musik im Saarland e. V.
Leitung: Lutz Gillmann

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

Die Eurovisions-Hymne - wer kennt sie nicht? Das Prélude aus Marc-Antoine Charpentiers Te Deum in D! Aber das ganze Stück, aus dem sie stammt? Es erklingt hier und heute in diesem Chor- und Orchesterkonzert, kombiniert mit Musik von Sigfrid Karg-Elert, seinem Schüler Johannes Weyrauch, Heinrich von Herzogenberg u. a. - mit Pauken und Trompeten! Die eröffnen nicht nur die Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft, sondern feiern auch das 25jährige Bestehen der Akademie für Alte Musik im Saarland und gedenken des 250. Todesjahrs des Dichters, Laienpredigers und Mystikers Gerhard Tersteegen (1697-1769, Gott ist gegenwärtig).

Singen Sie gern und möchten den Chor bei diesem Projekt unterstützen?
Der Chor der Versöhnungskirchengemeinde freut sich sehr über neugierige, geübte Mit-Sängerinnen und -Sänger aller Stimmlagen!
Nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Lutz Gillmann
0171-8221004
lutzgillmann@arcor.de

31.5.2019, 18:00 Uhr
Gemeindezentrum Alte Kirche St. Johann, Saarbrücken
TAMIS 2019: Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Vielleicht der merkwürdigste und zugleich bemerkenswerteste Zyklus der Musikgeschichte:

Sigfrid Karg-Elert: 33 Portraits für Harmonium (aller Systeme) op. 101

Von Palestrina bis Schönberg - 400 Jahre Musikgeschichte in zwei Stunden

Jan Hennig an einem historischen Mustel-Kunstharmonium aus dem Jahre 1928

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

33 klingende Portraits, komponiert im Stil der jeweiligen Komponisten, jedoch keine reinen Stilkopien, da nicht frei von Ironie, Hingabe und Verehrung! Das Harmonium übernimmt hier jede erdenkliche Besetzung, so z. B. Männerchor, Cembalo, Klavier, Streichquartett, großes Orchester oder Orgel. Die Musik wird kombiniert mit bildlichen Darstellungen der Komponisten.

Jan Hennig studierte an der Musikhochschule Freiburg Dirigieren und war als Kapellmeister, Studienleiter und Solorepetitor an deutschen Theatern tätig. Seit 1999 beschäftigt er sich intensiv mit dem Kunstharmonium und ist als einer der wenigen Experten für das seltene Instrument etabliert. Seine erste CD Das Kunstharmonium - Hommage à Victor Mustel wurde 2012 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Weitere CDs sowie Rundfunkaufnahmen folgten. Hennig lebt freischaffend in Offenburg und unterrichtet an der Musikhochschule Trossingen Opern- und Oratoriumskorrepetition sowie Partiturspiel.
www.kunstharmonium.de

31.5.2019, 20:30 Uhr
Hochschule für Musik Saar, Saarbrücken
TAMIS 2019: Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Altes Leipzig in neuem Gewand

Musik von Reinecke, Jadassohn, Grieg, Karg-Elert, Enescu u. a. auf Originalinstrumenten

Anne Freitag, Flöte; Gilad Katznelson, Pianoforte

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

Leipzig, insbesondere das Leipziger Gewandhaus, galt als eine der letzten musikalischen Bastionen, wo auf Instrumenten “alten Systems” gespielt wurde. Wo andernorts die Böhmflöte längst etabliert war, schätzte man dort den lieblichen Klang der konischen Klappenflöte, wie sie beispielsweise durch den Soloflötisten Maximilian Schwedler in Zusammenarbeit mit der Werkstatt Kruspe weiterentwickelt worden war. Diese Tradition brach Schwedlers Schüler Carl Bartuzat, der 1918 dessen Nachfolge antrat – mit der Böhmflöte!
Bartuzat hatte während des Ersten Weltkriegs gemeinsam mit Karg-Elert im Militärorchester gedient. Inspiriert von Bartuzats Spiel, komponierte Karg-Elert in den Folgejahren für Flöte, u. a. beeinflusst von Grieg, der ihm das Studium der musikalischen Formen und Kontrapunktik des 17. und 18. Jahrhunderts empfohlen hatte.
Dieses Spannungsfeld, diese Umbruchphase von altem zu neuem System, Tradition und Moderne beleuchtet das Konzert auf vielfältige Weise; im Zentrum stehen Karg-Elerts Schaffen und die Zeit um 1919.

1.6.2019, 11:30 Uhr
Basilika St. Johann, Saarbrücken
TAMIS 2019: St. Johanner Orgelmatinee

Ostinati, Arie e Partite

Musik von Karg-Elert und Frescobaldi I

Štefan Iľaš an der Klais/Mayer-Orgel

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Štefan Iľaš (* 1992) studierte am Konservatorium Košice und derzeit an der Hochschule für Musik Saar. Ergänzend absolvierte er Meisterkurse bei Jon Laukvik, Daniel Roth, Jean Guillou, Jürgen Essl, Davide Monti u. a. 2013 erhielt er einen 2. Platz beim Wettbewerb der slowakischen Konservatorien. Er tritt bei Musikfestivals auf und ist außerdem als Kammermusiker tätig, spielt regelmäßig z. B. mit dem Barockensemble Il Cuore Barocco oder der Staatsphilharmonie Košice.

1.6.2019, 16:00 Uhr
Johanneskirche, Saarbrücken
TAMIS 2019: HÖRZU - 30 Minuten Orgelmusik

Canzone, Passacagli e Ciaccone

Musik von Karg-Elert und Frescobaldi II

Reinhard Siegert an der Kleuker-Orgel

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Reinhard Siegert (* 1982) studierte 2003-14 an der Hochschule für Musik Saar und am Conservatorium van Amsterdam Kirchenmusik, Orgel, Cembalo, Clavichord, Basso continuo und Improvisation bei Lutz Gillmann, Wolfgang Rübsam, Menno van Delft, Miklos Spanyi, Richard Egarr u. a. Seit 2013 ist er Dozent für Klavierimprovisation/Partimento, Musiktheorie und Komposition in historischen Stilen am ArtEZ Conservatorium Arnhem. 2014 wurde er beim Festival Oude Muziek Utrecht mit dem Preis für das beste Lecture-recital ausgezeichnet. Er promoviert an der Hochschule für Musik und Tanz Köln zur Verbindung von Choral und Partimento.

1.6.2019, 20:00 Uhr
Hochschule für Musik Saar, Saarbrücken
TAMIS 2019: Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Duoabend

Musik von Karg-Elert und Gernsheim

Christoph Schickedanz, Violine
Ernst Breidenbach, Pianoforte

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

Christoph Schickedanz und Ernst Breidenbach arbeiten als Duo seit einigen Jahren zusammen. Ein Repertoireschwerpunkt führt nach Leipzig - Sigfrid Karg-Elert (Lehrer am Konservatorium, der heutigen Musikhochschule), Friedrich Gernsheim und Julius Röntgen (aus einer bedeutenden Leipziger Musikerfamilie stammend und in seiner Heimatstadt ausgebildet).

Das heutige Programm umfasst Karg-Elerts Gesamtwerk für Violine und Klavier und Gernsheims Sonate c-moll op. 4, deren 1. Satz, Andante con moto, in Paris entstand – ein für seine Verhältnisse sehr ernstes und schwermütiges Stück. Der 2. Satz, Allegretto scherzando, ein munteres Scherzo, und das abschließende, wuchtige und dramatische Allegro enstanden in Saarbrücken, wo Gernsheim seine erste Anstellung angetreten hatte.

Derzeit spielt das Duo für cpo Gernsheims Gesamtwerk für Violine und Klavier ein, wie schon 2011/12 das von Röntgen: “Christoph Schickedanz und Ernst Breidenbach nähern sich dieser Musik mit großer Liebe und emotionalem Ton. Die Musik erklingt mit einer Spontaneität und Wärme, die ausgesprochen einnehmend ist.” (klassik.com 5/2016)

2.6.2019, 17:00 Uhr
Alte Kirche St. Johann, Saarbrücken
TAMIS 2019: Abschlusskonzert

Sigfrids Rendez-vous - ein Tanz musikalischer Weltbürger

Musik von Karg-Elert, Telemann, J. S. Bach, Böhm, Lully, Rameau u. a.
in Choreographien verschiedener Stile

Camire: Miriam Grapp, Blockflöte; Carolyn Soo, Violine
Heidrun Mertes, Viola da gamba und Violoncello; Eri Takeguchi, Cembalo und Orgel

Skomrah Corona: Christiane Mandernach und Thomas Klein, (Barock-)Tanz

Eintritt 15 € / ermäßigt 10 €

Sigfrid Karg-Elert, Komponist des frühen 20. Jahrhunderts, räumte in seinem Schaffen der „Alten Musik“ großen Stellenwert ein: Bekennender Verehrer von J. S. Bach und Händel und musikalischer Weltbürger wie Telemann, pflegte er einen „vermischten Geschmack“ – einen Stil, beeinflusst von mehreren Richtungen und Epochen.

Sigfrids Rendez-vous widmet sich den Barock-Bezügen in Karg-Elerts Musik: Barocken Kompositionen gegenübergestellt, erklingt sie in Transkriptionen des Ensembles Camire. Und Skomrah Corona wiederum lässt barocke Originalchoreographien modernen tänzerischen Ausdrucksformen zu Beginn des 20. Jahrhunderts begegnen - das Rendez-vous nimmt szenisch Gestalt an, innovative, freiheitsliebende Tanzstile setzen barocke Bilder und Klänge in Bewegung.

Freuen Sie sich mit uns auf ein Rendez-vous der Künstler und Künste - Begegnungen zwischen Musik und Tanz, geistlich und weltlich, ernst und heiter sowie verschiedenen Epochen und Ländern.