Tage Alter Musik im Saarland (TAMIS)

Seit 2001 veranstaltet die Fritz Neumeyer Akademie für Alte Musik ein eigenes Festival, in dem die führenden Ensembles der Region und Gäste aus dem In- und Ausland mit nicht ganz alltäglichen Programmen auftreten.

Künstlerische Leitung:
2001-2004 Felix Koch
2005-2007 Felix Koch und Nike Keisinger
2007-2009 Nike Keisinger
2010 Mitglieder des künstlerischen Beirats
2011 Adolph Seidel
2012 Joachim Fontaine


TAMIS 2012
Mors et vita ...

Zur Idee des diesjährigen Festivals (11. März bis 1. April 2012)

Lange Zeit waren es der Barock und die älteren Epochen, denen die Hauptaufmerksamkeit der Alte-Musik-Szene galt. Aber schon seit geraumer Zeit wissen wir auch um die Brüche in der Aufführungstradition seit der Klassik bis hinein in die frühe Moderne. Ihre Komponisten zählen heute ebenso zum Repertoire unserer Ensembles wie die Musik der Kathedralen oder Fürstenhöfe.

Dieses weite Spektrum spiegelte sich im diesjährigen Festival. Es spannte den Bogen vom Mittelalter bis in die späten Jahre der Stummfilmmusik. Bekannte Namen wie Bach und Händel waren dabei, im “neuen” historisch orientierten Klangbild, aber auch Entdeckungen, etwa Christian Ernst Graaf, der den Saarbrücker Fürsten Streichquartette gewidmet hat, oder José de Nebra, der in Spanien im goldenen Zeitalter Farinellis und Domenico Scarlattis gelebt und gewirkt hat.

Wir haben uns entschlossen, neues Publikum auf uns aufmerksam zu machen. Dazu diente ein zweisprachiges Programm ebenso wie die Konzerte, die Begegnungen schaffen: ein historisches Musik-Kabarett mit Detlev Schönauer, ein Konzert im Dialog mit Jazzmusikern und der Donlon Dance Company. Nicht zuletzt den Vortrag über die hochinteressante Glockenlandschaft der Großregion lege ich Ihnen ans Herz.

“Mors et Vita” leuchtete als Motto durch in jedem Programmpunkt, parallel der vorösterlichen Zeit, aber auch metaphorisch: Spielarten besinnlicher, elegischer oder theatralischer Trauer wurden geboten, in den klassischen Gattungen von Passion, Lamentation, Tombeau und Requiem. Daneben aber konnten Vergessene mit ihrer Musik wiedererstehen, oder Altbekannte warenin neuem Klangbild zu hören.

Auch die Freunde historischer Architektur kamen wieder auf ihre Kosten: Neue Aufführungsorte sind in diesem Festival hinzugekommen, von der Martinskirche in Köllerbach mit ihren gotischen Deckenfresken aus der Blütezeit der Abtei Wadgassen, bis hin zur Scala Saarbrücken, einst der größte Kinopalast im Südwesten Deutschlands. Die Alte Evangelische Kirche, die dank der Hochschule für Musik und ihres Rektors einen prächtigen neuen Konzertsaal besitzt, war Austragungsort des diesjährigen Wettbewerbs.

Joachim Fontaine, künstlerischer Leiter

___________________________________________